Archive for Februar 2008

turn, turn to the rain

Februar 29, 2008

Ein Tag, der mit einer kaputten Therme und einer wuchernden Pilzkultur auf dem Küchentisch beginnt, kann bekanntlich nur besser werden. Aber dann sitzen wir zweidreiviertel Stunden bei Kerzenlicht und zweifelhafter Musik aus der Nachbarwohnung herum und warten gespannt darauf, dass der Installateur endlich zufrieden von der Leiter steigt. Stattdessen kommen fiese kleine Blitze aus den Sicherungsknöpfen, toll. Dafür hat mir A. den Brownie mitgebracht, den ich den ganzen Nachmittag über gesucht habe, und so füllt sich die Schachtel mit unseren Süßigkeitenpönalen. Wenn wir das ein ganzes Jahr lang machen, geht sich locker eine neue Therme aus!

Die Semesterplanung, zu der ich mich halbherzig und auf den letzten Drücker aufraffe, macht wenig Spaß. Vielleicht schmeiß ich doch noch alles hin und werde ζαχαροπλαστικη (Zuckerbäckerin).

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love myself again

Februar 25, 2008

… schön.

Einfach im Bett liegen und wissen, dass es schon früher Nachmittag ist und draußen gerade der Frühling die erste Schlacht des Jahres für sich entscheidet, sich dann trotzdem nochmal in den Decken vergraben und erst noch später aufstehen. Frühstücken (frühstücken!) in aller Ruhe. Dann losfahren, ohne Jacke, wegen des Etappensiegs, und sonntags frisches warmes Olivenbrot kaufen. Mit freundlichen Freundesfreunden Chili essen und mit P. bis spät abends Bier trinken. Dann heim, und sich schon wieder freuen: zwei Kilo Äpfel am Küchentisch, ein gutes Buch, frische Wäsche, neue Dylan-Covers. Keine zerbrechenden Existenzen mehr in meinem Nacken, kein Krampf. Vielleicht liegt es ja auch am Zuckerentzug, dass es mir so gut geht. Was ist das für ein Wein? – Weißwein. – Ach was! Vielleicht bin ich ja doch nicht so für die RZB geschaffen; kein Problem damit. Und die Welt hat neugierige Augen und fragt lächelnd, Bist du nur deshalb gekommen?

idiot wind

Februar 18, 2008

Schluss jetzt, es reicht. Genug von diesem unausgegorenen Konglomerat aus selbstmitleidigen Tagebuchseichtheiten und private jokes, die außer mir selbst eh keiner versteht; dass du das kannst, wissen wir mittlerweile, und wie schon gesagt, es interessiert ja doch keine Sau. Denke ich und vernichte in Nullkommanichts ein Packerl Spezialchips (spezial, weil sie A. gehört haben, der ich immer wieder aus ungezügeltem Futterneid ihre tollen Naschereien wegesse, und weil sie vom Ikea sind, und da muss man bitteschön erst mal hinkommen). Herrlich, just what I’ve been craving (spinnst du? es ist halb zwei nachts!), aber immerhin, 760 Kalorien; saubere Arbeit. Im Gegensatz zu meiner Tastatur, die sieht nämlich mittlerweile auch genau so aus. Jedenfalls hab ich nachgedacht. Der Satz Es muss einen Punkt gegeben haben, ganz am Anfang, da wir hätten nein sagen können ist, jawohl, ein zumindest sinngemäßes Zitat aus einem großartigen Film (wer mir sagt, wie ich hier einen Hyperlink reinstelle, kriegt einen Gutpunkt aufs Karmakonto), aber davon abgesehen hat er keine überdimensionale Relevanz für mein aktuelles Leben: ja, schon hätte ich nein sagen können, am Anfang, wann auch immer das gewesen sein soll, oder sonst irgendwann. Aber den Punkt verpaßt zu haben, heißt ja keineswegs, dass ich es jetzt nicht mehr kann, vielmehr, ich kann noch immer, und ich tue.

Das Wissen darum, worauf man lieber verzichtet, zeichnet auch die Umrisse dessen, was man wirklich will, klarer. Oder war es umgekehrt?

We’re idiots, babe.
It’s a wonder we can even feed ourselves.

if it feels good, you know it can’t be wrong

Februar 4, 2008

What We Did On Our Holidays oder Heyday? Ach was, beide. Beim Saturn gibt es jetzt eine CD-Abteilung mit dem Schild EMO, an der vorübergehend ich bemerke, dass es doch gut ist, aus dem Alter rauszusein, in dem es einem Kopfzerbrechen bereitet, ob die Musik, die man am liebsten hört, einen auch so cool aussehen lässt, wie man am liebsten wäre ist. Und freue mich den ganzen Abend an den neuen Puzzlesteinen. Und den Händen, die mir einen Tee kochen, weil ich krank bin, und mich streicheln, und sowieso die schönsten Hände der Welt sind, bis ich nicht umhin kann, aufzuschauen und fester Stimme zu behaupten, Alles wird gut, und er, etwas irritiert, Hey, da hab ich ein Trademark drauf.

where do we go now but nowhere

Februar 1, 2008

Sie betrachtet die Wimper auf ihrer Fingerspitze, noch ein paar Brösel Mascara daran, und fragt sich, was sie wohl trauriger finden soll, dass es so gekommen ist, oder dass es sie so gar nicht überrascht, dass es so gekommen ist, weil es nämlich so hat kommen müssen, und deshalb hat sie auch jetzt überhaupt keine Verwendung mehr für diese Scheißwimper und den ganzen abergläubischen Schwachsinn, mit dem verliebte Mädchen ihre Zeit verplempern. Es muss einen Punkt gegeben haben, ganz am Anfang, da wir hätten nein sagen können, überlegt jemand in ihrem Kopf, Irgendwie haben wir den wohl verpaßt. Soll lieber still sein, der weiß ja nicht einmal, wer er selber ist. Aber du, oder wie? Damnit. Die Wimper ist weg, der Blick bleibt wieder am Spiegelbild haften: Mascarabrösel auch hier, in der unteren Lidfalte. Eigentlich ist sie überhaupt nicht sehr traurig, wenn sie’s recht bedenkt; eher schon wütend: dass das alles gewesen sein soll, dass die so mühevoll aufgepäppelte Hoffnung so ohne weiteres zunichte gemacht wird, und so undramatisch obendrein! und dass sie nicht gleich hören, lieber dumm sein wollte. Und was hast du jetzt davon? Häh?