songs of love and hate

Es ist die Nacht vor Heiligabend, und die Wohnung sieht aus wie Sau. Die Wohnung sieht in letzter Zeit meistens aus wie Sau, aber das ist irgendwie auch schon egal. Weil ohnehin alles scheiße ist, und dass Weihnachten ist, trägt wie jedes Jahr sein Schärflein dazu bei. Es muss aufgeräumt werden. Aber es ist alles so schwer. Und was soll es denn morgen abend zu essen geben. K. ist das alles egal, sie wünschte, dieser Kelch würde einfach an ihr vorübergehen. Einfach Winterschlaf halten, denkt sie, das wär’s: sich für ein paar Wochen ins Bett legen und gar nichts machen, und wenn sie aufwacht, ist das Konto gedeckt und sie hat einen netten Job und ein paar Zeugnisse abzuholen, und neben ihr liegt der Mann und streichelt sie. Der jetzt clean ist. Und sie liebt. Und alles ist gut.

Es gibt keinen Winterschlaf. Es gibt auch keine Weihnachtswunder. Der Zettel mit der Aufschrift ALLES IST GUT, den man ihr auf der Straße in die Hand gedrückt hatte, hatte sich auf den zweiten Blick als Werbung für ein Schuhgeschäft entpuppt, und eine ziemlich blöde noch dazu.

Sie schaut sich um in ihrem verdammten chaotischen Mädchenzimmer und alles kotzt sie an und sie fragt sich, ob das je besser werden wird. Und wie sie das hinkriegt. Wie machen das andere Leute, und wieso kann ich das nicht. Sie beschließt, die Küche auf morgen zu verschieben und noch eine zu rauchen. Vielleicht auch noch ein Baileys, wieso nicht.

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